Habt ihr früher auch Tagebuch geschrieben? Ich habe das früher geliebt! Etwa in der zweiten Klasse fing ich an, manchmal noch mit etwas holpriger Rechtschreibung (sehr lustig zu lesen heute!), aufzuschreiben, was ich den Tag über so erlebt hatte. Später dann, mit 13, 14 habe ich richtig regelmäßig Tagebuch geschrieben - vor allem dann, wenn mich irgendetwas sehr beschäftigt hat, um meine Gedanken zu ordnen usw. Das ist in dem Alter ja quasi ständig der Fall. Irgendwann ging der Reiz dann verloren und vllt ist auch das Bloggen so eine kleine Weiterentwicklung davon. Etwa Anfang des Jahres habe ich allerdings wieder damit angefangen, mir jeden Abend ein paar Minuten Zeit zu nehmen und mit Stift und Papier innezuhalten. Ich notiere nicht mehr meinen ganzen Tag und muss auch nicht seitenweise Ordnung in meine wirren Gedanken bringen. Aber ich lasse den Tag kurz Revue passieren, denke an die schönen Momente zurück - und schreibe genau diese auf.
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Dabei geht es nicht nur um besonders schöne Erlebnisse, wie etwa den perfekten Abend, den ich gestern mit meinem Lieblingsmädchen mit Wein und Leckereien beim Philipp Poisel Konzert verbracht habe. Genauso wichtig sind die vielen Kleinigkeiten, die uns im Alltag ein Lächeln ins Gesicht zaubern, uns für einen Moment lang glücklich machen. Denn genau aus diesen kleinen Momenten besteht das Leben und oft vergisst man sie viel zu schnell wieder. Und darum geht es bei dieser Art Glückstagebuch: Momente, Kleinigkeiten festhalten. Ich hatte dieses Projekt schon mehrmals gestartet, aber immer nur wenige Tage durchgehalten. Aber wenn man sich die ersten Abende erst mal "zwingt", sich diese kurze Zeit zu nehmen, wird es schon bald zu einer schönen Gewohnheit. Inzwischen mache ich das Ganze schon ein paar Monate und kann es wirklich nur empfehlen. Nicht nur, dass es einem ein gutes Gefühl gibt, wenn man entdeckt, dass der eig so blöde Tag ja doch ein paar schöne Momente hatte. Auch im Nachhinein ist es toll, einfach mal ein bisschen zu blättern und sich an solche Momente zurück zu erinnern. Dazu reicht es schon, nur ein paar Stichpunkte zu formulieren - ich schreibe selten ganze Sätze. Trotzdem ist das Gefühl des Moments sofort wieder da. Probiert es aus!
Wo hinein ihr schreibt, ist eig egal. Mehr Spaß macht es natürlich noch mit einem hübschen Notizbuch, ich benutze z.B. gerade dieses hier von Guess How Much I Love You, das ich mal von einem lieben Menschen geschenkt bekommen habe. Normalerweise halte ich ja allzu Persönliches hier raus, aber damit ihr seht, dass auch kleinste Kleinigkeiten es wert sind, aufgeschrieben zu werden, hier noch ein paar kurze Auszüge:
"strahlender, durchgehender Regenbogen"
"Endlich Frühling - zum ersten Mal im T-Shirt und ganz ohne Jacke raus!"
"Rehe gesehen "
"Zum Sport aufgerafft - supergut und allein das Gefühl danach...!"
"Gemütlich in der heißen Wanne lesen"
"erntereifer Rhabarber im Garten!!"
" 'Juja, ich hab dich lieb' "
"zweites Frühstück mit Julia"

